Flüsse sind die Lebensadern der Natur und prägen wesentlich den Charakter einer Landschaft. Ihr ökologischer Wert liegt in der Dynamik des fließenden Wassers. Es lässt vielfältigste Biotope auf engstem Raum entstehen und wieder vergehen.

Das Hauptanliegen des Flussparadieses Franken ist es, die Menschen in der Region für die heimischen Flusslandschaften durch Umweltbildung und konkrete Projekte zu begeistern und dadurch sowohl für die Natur als auch für die Lebensqualität und den Tourismus eine positive Entwicklung zu erreichen. Im Zentrum steht der achtsame Umgang mit dem Lebensraum Fluss im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die momentane Situation im Main- und Regnitztal ist aus wasserwirtschaftlicher, naturschutzfachlicher und auch aus touristischer Sicht nicht optimal. Die Region bietet mit ihren 2.000 ha Wasserfläche einerseits für das Erleben im und am Wasser ein hohes Potential. Sie ist andererseits aber aufgrund der bereits durchgeführten Eingriffe und Belastungen auch als besonders sensibler Raum anzusehen.
Eine zentrale Aufgabe des Flussparadieses Franken ist es dabei, die potentiellen Konflikte zwischen Naturschutz und Erholungsnutzung und zwischen den verschiedenen Nutzerinteressen durch intelligente Konzepte und Maßnahmen zu mildern. Es gilt der Grundsatz der Nutzungsentflechtung.
Die Strategie des Flussparadieses Franken ist es daher, ökologisch wichtige Gebiete aufzuwerten und gleichzeitig in geeigneten Gebieten attraktive Freizeit- und Erholungsangebote zu schaffen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die begonnenen Renaturierungen von Main und Regnitz und ihrer Zuflüsse konsequent fortgeführt werden und die entstandenen Seen ökologisch aufgewertet werden.

Faszination Flusslandschaft

Luftaufnahme der renaturierten Regnitzinsel bei Hirschaid - Bildrechte: WWA Kronach

Flüsse sind die Lebensadern der Natur und prägen wesentlich den Charakter einer Landschaft. Die Bedeutung von Main und Regnitz als Lebensraum für fluss- und auetypische Tiere und Pflanzen spiegelt sich in ihrer Meldung als FFH- und EU-Vogelschutzgebiet wider. Als lineare Elemente spielen sie eine entscheidende Rolle im Biotopverbund. Ihr ökologischer Wert liegt in der Dynamik des fließenden Wassers. Es lässt vielfältigste Biotope auf engstem Raum entstehen und wieder vergehen. Basis einer naturnahen Flusslandschaft ist ein flussparalleles „Grünes Band“. Damit können an Main und Regnitz die Grundlagen für einen naturnahen Tourismus mit der Gewässerentwicklung und einem intakten Biotopverbundsystem verknüpft werden. Vielfältige Lebensräume und die Dynamik der Landschaft versprechen Abenteuer und Vergnügen. Bei ruhigen Erholungsformen, wie Kanu fahren, Rad fahren, Angeln, Wandern, Spazieren gehen, Reiten, Kutschfahrten oder Natur beobachten steht das Erleben von Natur und Landschaft im Vordergrund.

Naturnahe Beweidung

Eine Herde Konikpferde am Ufer der Waal in der Millingerward in den Niederlanden - Foto: A. Schmitt

„Tiere in der Landschaft“ steigern das Naturempfinden. Besonders beeindruckend ist die naturnahe Beweidung mit robusten Rinderrassen und Konikpferden, wie sie in den Niederlanden (z.B. in der Millingerwaard) seit über zehn Jahren und mittlerweile auch im Aurachtal und im Nürnberger Reichswald erfolgreich umgesetzt wird. Die Rinder- und Pferdeherden leben halbwild und ohne Zufütterung das ganze Jahr in den Auen. Sie sind als große Weidetiere ein wichtiger Teil der europäischen Flusslandschaften und sorgen für ein vielfältiges Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen.

Naturerbe bewahren

Auwald und Ufervegetation spiegeln sich im Wasser der Reichen Ebrach - Foto: A. Schmitt

Im Flussparadies Franken sollen sensible Naturgebiete gezielt beruhigt werden, um die Vielfalt und Einzigartigkeit der Flusslandschaft zu bewahren. Die geheimnisvollen Auwälder, Kies- und Sandbänke, Steilufer und das fließende Wasser sind Lebensraum für viele bedrohte und faszinierende Tier- und Pflanzenarten über und unter Wasser. Main und Regnitz sind daher Teil des europäischen NATURA 2000 Biotopnetzes. Entlang der renaturierten Abschnitte sind Eisvogel und Flussregenpfeifer wieder häufig zu beobachten. Der Biber ist zurückgekehrt. Die Barbe laicht in kiesigen Flussabschnitten und der Hecht wartet im Altwasser auf Beute. Gezielt sollen auch in Kiesbaggerseen ökologische Strukturen geschaffen werden. Beispielhaft ist dies bereits im EU-LIFE-Natur-Projekt Mainaue im Landkreis Haßberge umgesetzt.

Kulturlandschaft genießen

Fränkischer Spargel auf dem Bamberger Markt - Foto: C. Schmitt

Im Flussparadies Franken die Kulturlandschaft zu genießen, kann durchaus wörtlich verstanden werden. Franken verfügt über eine reiche Auswahl an regionalen und mit den Jahreszeiten variierenden Spezialitäten. Ein Ziel der touristischen Entwicklung im Main- und Regnitztal ist es daher, typische fränkische Spezialitäten und Traditionen zu fördern und dabei auch das Erbe historischer Kulturlandschaften zu bewahren. Besondere Beachtung verdienen dabei die Gärtnerkultur zwischen Bamberg und Hallstadt und im Regnitztal (Spargel, Kürbisse, Meerrettich, u.v.m.), die historische Gewannflur zwischen Kemmern und Breitengüßbach, die Biertradition und Biervielfalt, der Weinbau im Maintal westlich von Bamberg sowie die Tradition der Mainfischerei und der Karpfenteiche. Informationen über kulinarische Angebote in Franken erhalten Sie beim Tourismusverband Franken. Frischen Genuss aus der Region bekommen Sie bei zahlreichen Direktvermarktern.

Wasservergnügen

Drei junge Männer beim Flussbaden im Main - Foto: A. Schmitt

Im Sommer locken die zahlreichen Badeseen im Main- und Regnitztal. Doch durch mangelhafte Gestaltung und unzureichende Nutzungsregelungen haben viele Kommunen heute enorme Probleme mit ihren Wasserflächen (Müll, wildes Campen, schlechte Wasserqualität, Nutzungskonflikte). Die Probleme nehmen mit dem steigenden Erholungsdruck auf die Landschaft immer mehr zu. Daher ist es ein Ziel des Flussparadieses Franken, gezielt geeignete Seen zu attraktiven Badeseen umzugestalten. Nach den Kriterien der Blauen Flagge gilt es dabei, nicht nur die Wasserqualität zu beachten. Eine angepasste Infrastruktur, der Rettungsdienst vor Ort, Umweltinformation und Umweltbildungsmaßnahmen entscheiden gleichermaßen über die Qualität eines Badesees.