Flusserlebnis Obermain

Das Wasserwirtschaftsamt Kronach hat viele Bereiche am Main renaturiert, so dass der Fluss wieder Fluss sein darf. Dies macht den Main zu einem Naturerbe von europäischer Bedeutung. Die geheimnisvollen Auwälder, Kies- und Sandbänke, Steilufer und das fließende Wasser sind Lebensraum für viele bedrohte und faszinierende Tier- und Pflanzenarten. Entlang der renaturierten Abschnitte kommen Eisvogel, Flussregenpfeifer und Prachtlibelle wieder häufiger vor. Und sogar die Barbe findet natürliche Laichplätze. Eine Entwicklung, die einen besonders achtsamen Umgang mit dem Naturerbe Main fordert.

Signet der Landesgartenschau in Bamberg 2012 - Rechte: Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH

Auenerlebnis Obermain zur Landesgartenschau 2012

Mit dem Obermaintal ist das Flussparadies Franken eine von zehn Attraktionen, die im Landkreis Bamberg die Besucher der Landesgartenschau zu einer Entdeckertour einladen. Individualreisende können per Rad, zu Fuß oder mit dem Kanu die renaturierte Flusslandschaft erkunden. Zu Flussgeistern und Flößern geht es zum Beispiel direkt vom Gelände der Landesgartenschau auf dem neu gebauten Radweg über Bischberg nach Hallstadt (7 km, Eröffnung Sommer 2011 geplant). Graureiher, Kanada- und Graugänse und Prachtlibellen sind hier häufig zu sehen. Wer Glück hat sieht vielleicht sogar den Eisvogel fliegen oder die Spuren des Bibers. Damit dies so bleibt, braucht der Main Ruhezonen für die Natur und Menschen, die diese respektieren. Badespass versprechen dafür der Große See bei Breitengüßbach, der Baunacher und der Ebinger See. Bei fränkischem Bier und Brotzeit kann der Tag auf einem den zahlreichen Bierkellern dann gemütlich beim Gesang der Nachtigallen ausklingen.

Weitere Informationen zur Landesgartenschau Bamberg 2012

Kleines Kind schaut sich lebendigen Fisch im Wasserbassin an - Foto: T. Ochs

Zweites Fischartenseminar am Main in Zapfendorf

Am 3. September 2011 fand das zweite Fischartenseminar am Main in Zapfendorf statt. Nach einem kurzen Vortrag über das Thema Fische und Schilf konnten die Teilnehmer bei der Elektrobefischung zuschauen. Dr. Thomas Speierl von der Fachberatung für Fischerei, Bezirk Oberfranken, stelle den Teilnehmern die verschiedenen Fischarten vor.
Gefunden wurden im Main unter anderen Flussbarsch, Rotfeder, Aal, Zander, Rotauge, Hecht sowie Marmorierte Grundel und Brasse.
Am Ende des Seminars gab es noch Fischküchla in der Fischerhütte im Vereinshaus des Sportfischervereins Zapfendorf. Für die tolle Unterstützung sagen wir "Vielen Dank" an die Fachberatung für Fischerei des Bezirkes Oberfranken, dem Bezirksfischereiverband Oberfranken e. V., und dem Sportfischerverein Zapfendorf e. V. für die Gestaltung des Programms.
Wer generell an Fischen interessiert ist, dem empfehlen wir den Fischartenatlas Oberfranken, herausgegeben von der Fachberatung für Fischerei, Bezirk Oberfranken (Dr. Robert Klupp), ISBN 978-3-941065-00-0.

Zwei Kanus in der neuen Mainschleife bei Unterbrunn - Foto: T. Ochs

Neue Mainschleife bei Unterbrunn für Kanus befahrbar

Bei Unterbrunn hat das Wasserwirtschaftsamt Kronach zusammen mit den örtlichen Kiesunternehmern eine "neue Mainschleife" in Anlehnung an den historischen Verlauf geschaffen. Ziel der umfangreichen Maßnahme ist es, dem Main in seiner gesamten Lauflänge wieder ein naturnahes Gewässerbett und eine naturnahe Flussaue zurückzugeben. Damit es gelingt, die innen liegenden Bereiche der Mainschleife für die Natur bestmöglich zu entwickeln, sind alle Erholungssuchenden aufgefordert, das Gebiet nur von außen zu genießen. Zum Beispiel von der Aussichtsplattform bei Unterbrunn. Insbesondere die Kanufahrer werden ausdrücklich gebeten, nur über die neue Mainschleife zu fahren und nicht in den bisherigen Mainverlauf einzufahren. So kann im Inneren der neuen Mainschleife ein Eldorado für Tiere und Pflanzen über und unter Wasser entstehen. Informationen über das Projekt auf den Seiten des Wasserwirtschaftsamtes Kronach

Drei Kanufahrer in roten Booten auf dem renaturierten Obermain - Foto: T. Ochs

Kanuwanderweg Obermain

Am schönsten ist es, einen Fluss mit dem Kanu zu erleben. Das gilt in ganz besonderer Weise für den Main zwischen Lichtenfels und Bamberg: auf 35 km keine störenden Wehre. Unter dem Motto "Partner für den Main" haben Fischerei, Kanuverleiher, Kanuverbände, Naturschutz und Kommunen gemeinsam die Eckpunkte für das naturverträgliche Kanu fahren auf dem Main erarbeitet. Im Vordergrund stehen dabei nicht Verbote, sondern intelligente Lösungen nach dem Grundsatz Lenken und Leiten.

Luftaufnahme des Seengebietes am Main zwischen Rattelsdorf, Breitengüßbach und Baunach - Bildrechte: WWA Kronach

MoSaiK - Modellhafte Sanierung von Kiesbaggerseen

Zahlreiche Kiesbaggerseen sowie die Mündungen von Baunach und Itz in den Main prägen die Landschaft zwischen dem Markt Rattelsdorf, der Gemeinde Breitengüßbach und der Stadt Baunach. Bereits 1998 haben diese drei Kommunen zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt in einem Leader-II-Projekt unter dem Titel "MoSaiK - Modellhafte Sanierung von Kiesbaggerseen" gemeinsame Ziele für die Entwicklung festgelegt. Einige dieser Ziele sind bereits erreicht worden. Als nächstes stehen die rechtliche Ordnung des Großen Sees, die Beruhigung des Naturgebietes Itzmündung und ein Brückenschlag über den Main auf der Agenda.

Kinder hängen ihre beim Kunstworkshop zur BayernTour Natur 2005 bemalten Flusssteine am Wiesner Wörthsee an einem Drahtgitter auf - Foto: A. Schmitt

Kunst am Fluss - Projekt der Fördermitglieder

Zwei gemeinsam mit der LBV Umweltstation Fuchsenwiese vorbereitete Kunstworkshops am Main sind eingebunden in das Thema "Flusserlebnis Obermain" und verbinden Umweltbildung, Naturerlebnis, Jugendarbeit und Kunst am Fluss miteinander. Informationen und Anmeldung direkt bei Frau Brigitte Pfister, LBV Umweltstation Fuchsenwiese. Tel.: 0951 32626.

Figürliches Mainrelief an der Schönen Pforte der Alten Hofhaltung in Bamberg - Foto: C. Schmitt

Main - Wikipedia

Der Main entsteht aus dem Zusammenfluss von Rotem Main und Weißen Main bei Kulmbach nahe dem Schloss Steinhausen. Auf einer Länge von 81 Kilometern bis zur Mündung der Regnitz bei Bischberg fließt er als Obermain zuerst bis Lichtenfels in einem weiten Bogen nach Nordwesten und dann bis Hallstadt nach Südwesten. Als einziger größerer Fluss in Deutschland verläuft der Main mit dem charakteristischen Maindreieck und Mainviereck dann als Bundeswasserstraße überwiegend von Ost nach West, bevor er bei Mainz in den Rhein mündet. Die Geologie im Obermaintal umfasst von Ost nach West das kristalline Grundgebirge, die Obermainische Bruchschollenlandschaft und das mesozoische Deckgebirge. Das Obermaintal bildet dabei die Grenze und den Übergang zwischen den Haßbergen im Westen, der Fränkischen Alb im Osten und der Obermainischen Bruchschollenlandschaft im Norden. Der Main ist durch die Flusskorrektionen des 19. Jh. wie alle größeren Flüsse stark verändert worden. Hauptdefizite sind die fehlende Vernetzung von Fluss und Aue, die fehlende biologische Durchgängigkeit, eine starke Eintiefung und die eingeschränkte Flussdynamik. Mehr über den Main unter Wikipedia.de Stichwort: Main.