Ausstellung
Der Mensch braucht das Wasser - sei es zum Trinken, zum Waschen oder zur Fortbewegung. Auch in Bamberg
ließen sich die ersten Siedler deshalb an einem Fluss nieder, der Regnitz: Sie hat die Entwicklung der
Stadt und ihrer Region nachhaltig geprägt und tut dies bis heute. Erstmals werden diese Zusammenhänge in
einer Ausstellung präsentiert, die den engen Verflechtungen zwischen Natur und Kultur Ausdruck verleiht.
Die Ausstellung im Historischen Museum (Domplatz 7, 96049 Bamberg. Telefon Museumskasse: 0951 5190746,
Museumsverwaltung 0951 87-1142, Fax: 0951 87-1464, E-Mail: museum(at)stadt.bamberg.de)
ist vom 20. März bis 7. November 2010 von Dienstag bis Sonntag auch an Feiertagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
Eintrittspreise: Erwachsene 3,50 €, Ermäßigt 2,50 €, Familienkarte 8,50 €, Schulklassen 1,- € pro Schüler,
Kinder unter 6 Jahren frei. Eintritt mit Audioguide 5,50 €. Eintritt mit Audioguide und GPS-Regnitzrundgang 11,- €.
Regnitz - die Fließende
Die Regnitz hat eine bewegtere Geschichte, als es ihre harmlose Bedeutung die Fließende vermuten lässt:
Ursprünglich, in der Eiszeit etwa vor 1,8 Millionen Jahren, floss sie sogar entgegengesetzt nach Süden.
Heute entsteht sie bei Fürth aus Rednitz und Pegnitz und mündet nördlich von Bamberg in den Main.
Bamberg: Stadt am Fluss
Die größte Stadt an der Regnitz hat sich den Fluss früh zu Nutzen gemacht: Ab dem Mittelalter war er
Energiequelle, Wirtschaftsfaktor und Handelsweg Nummer 1 in der Region. Bis heute ist das Stadtbild
nachhaltig von den alten und neuen Wasserläufen geprägt.
Von Ufer zu Ufer
Die Geschichte der Bamberger Brücken ist ein Fall für sich. Die ältesten sind die beiden Rathausbrücken,
die Obere und die Untere Brücke, am prächtigsten war sicher die barocke Seesbrücke. Ihre Nachfolgerin, die
Kettenbrücke, stand Pate für die Brooklyn Bridge.
Auf Sand gebaut: am und im Fluss
Ein Gebäude mit Wasserlage musste in Bamberg zunächst nicht viel bedeuten: war der Fluss doch fast
überall und wurde erst ab dem 18. Jahrhundert regelrecht trockengelegt. Das Alte Rathaus setzte man
jedoch mit voller Absicht auf Pfählen mitten in den Fluss.
Spaß, Sport und Spiel rund um den Fluss
Die moderne Freizeitgestaltung ist ein Kind der bürgerlichen Ethik - erst die Arbeit, dann das
Vergnügen. Stets hatte die Regnitz maßgeblich Anteil daran, dass der Sonntag nicht zu lang wurde:
Aus ihrem Auwald wurde der Hain, man ruderte, paddelte oder badete in ihr.
Arbeiten mit dem Fluss
Die Wirtschaftskraft eines Flusses kann kaum überschätzt werden: Er ermöglichte erst das Erblühen
handwerklicher Traditionen in den Zünften der Müller, Gerber oder Fischer. Ihre Niederlassungen in
Flussnähe prägen bis heute das Stadtbild.
Transit: die Regnitz als Abkürzung
Das Regnitztal war schon lange der zentrale Handelsweg im Norden Nürnbergs, als man daraus ein
verkehrspolitisches Prestigeobjekt machte: den 1845 eröffneten Ludwigskanal, der Main und Donau, Nordsee
mit Schwarzem Meer verband.
Bamberg Ahoi!
Schon vor dem Ludwigskanal hatte die Schifffahrt eine vielfältige Tradition, da Bamberg der letzte Anschlusshafen
zum Main war. Seit dem Bau des Main-Donau-Kanals liegt die Stadt an einer internationalen Wasserstraße.
Wasser zum (Er)trinken
Ökologisch und hygienisch war die Wasserversorgung meist ein großes Problem: Der Fluss trat regelmäßig
über seine Ufer und lieferte nur bedingt brauchbares Wasser. Die Bamberger Brunnen sorgten über
Jahrhunderte für die sauberste Lösung.
Versunkene Schätze
Auch bei der Regnitz sind manche der wertvollen Dinge nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
Und nach den berühmtesten Flussfunden, den Bamberger Götzen und dem Pettstadter Becher, hat man nicht
einmal gesucht.