Lebensader Regnitz

Die Regnitz war und ist für die UNESCO-Welterbe-Stadt Bamberg Segen und Fluch zugleich. Stadt und Fluss sind in ihrer Entwicklung eng miteinander verwoben. Die Energie der Mühlennutzungen war Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Wasserkraft wurde zum Antrieb für Säge-, Getreide- und Steinmühlen aber auch für das Mahlen von Eichenrinde und zum Walken von Tuch genutzt. Zahlreiche Handwerker und Gewerbe waren auf die Nähe des Flusses angewiesen. Wer aufmerksam an der Regnitz entlang spaziert, stößt noch heute überall auf die Zeugnisse dieser ehemaligen Nutzungen des Flusses. Straßennamen, spezielle Bauformen, sogar ganze Stadtviertel sind durch die Verbindung von Stadt und Fluss geprägt.

Ausschnitt aus dem Plakat zum Flussfest 2010 mit gezeichneten Gänsen im Wasser, umgeben von Gras. - Bildrechte: Flussparadies Franken e. V. / Entwurf: Günter Mayer, Artedge

25. Juli: 3. Bamberger Flussfest an der Regnitz in Bug

Bereits zum dritten Mal findet in diesem Jahr das Flussfest an der Regnitz bei Bug statt - 2010 im Rahmen der Kampagne "WertvollErleben" der Bayerischen Umweltbildung. Bei dem Fest, bei dem die Regnitz im Mittelpunkt steht, gibt es Vorführungen, Infostände und viele Mitmachaktionen für Kinder und Familien. Und natürlich ist auch für das leibliche Wohl mit vielen Spezialitäten aus der Region bestens gesorgt. Das Bamberger Flussfest wird für Familien von über 20 verschiedenen Vereinen und Akteuren aus der Region Bamberg ehrenamtlich und gemeinsam organisiert.

Logo der Ausstellung 'Im Fluss der Geschichte. Bambergs Lebensader Regnitz' - Bildrechte: Museen der Stadt Bamberg/M. Meinhart

Große Sonderausstellung zur Regnitz

Wie und warum entstand die Ansiedlung am Fluss, die später zur Stadt wurde? Welche Bedeutung hatten die Mühlen für die Stadtentwicklung und Stadtgeschichte? Was sind Fischwinterungen? Wie sind die Schiffe früher den Fluss hinauf gefahren? Wie kommt es, dass Hochwassermarken in der Stadt an Stellen zu finden sind, wo heute weit und breit kein Fluss mehr zu sehen ist? Mit der ab 2009 im Historischen Museum in Bamberg stattfindenden Ausstellung "Im Fluss der Geschichte. Bambergs Lebensader Regnitz" sollen diese zwischen Stadt und Fluss bestehenden vielfältigen kulturellen, wirtschaftlichen, historischen und ökologischen Verbindungen am Beispiel der Welterbestadt Bamberg aufgedeckt werden.

Deckblatt des Kinderflussführers mit gemalten, aus dem Wasser hüpfenden Fischen - Bildrechte: Chapeau Claque e. V.

Flusspfad in Bamberg

Mit dem im Juli 2005 begonnenen Flusspfad in Bamberg hat die Initiative Lebensader Regnitz im Flussparadies Franken das Wechselspiel von Stadt und Fluss in den Mittelpunkt gestellt. Anhand historischer Karten und Abbildungen und kurzer Texte wird deutlich, welche Funktion die Regnitz für Bamberg hatte und wie andererseits die Stadtentwicklung auch das Gesicht des Flusses verändert hat. Von und für Kinder wurden zusammen mit Chapeau Claque e. V. ein Spiel- und Rateheft und ein Erlebnis-Rucksack gestaltet.

Verkleidete Müllerin präsentiert den Kinder-Fluss-Führer neben der Flusspfadtafel auf dem Oberen Mühlsteg zum Weltwassertag 2007. Im Hintergrund die Unteren Mühlen und das Bamberger Brückenrathaus - Foto: C. Schmitt

Wie war früher das Leben am Fluss? Eine Müllerin begleitet euch entlang der Regnitz vom Kranen bis zur Schleuse 100. Sie berichtet aus erster Hand von ihrer Nachbarschaft, den Schlachtern, den Gerbern und den Fischern. Aus ihrem Alltag hat die Müllerin so einiges dabei zum Anschauen und Ausprobieren. Führung für Kindergruppen, geeignet für Vorschulkinder und Grundschulklassen. Maximal 30 Kinder mit einer Aufsichtsperson.
Kosten: 75 €, Dauer: 90 Minuten, Treffpunkt: Am Kranen

Anmeldung über Chapeau Claque e. V., Telefon 0951 39333, Fax: 0951 31555, E-Mail: info(at)chapeau-claque-bamberg.de.

Hochwassermarke mit Wasserstand von 1845 in der Fischerei in Bamberg - Foto: A. Schmitt

Historische Hochwasser in Bamberg

Bis ins letzte Jahrhundert hinein waren die Hochwasser der Regnitz für die Bamberger Bürger eine ständige Bedrohung. Besonders das Hochwasser von 1784 war ein traumatisches Erlebnis: Mühlen, fast alle Brücken und viele am Fluss gelegenen Häuser waren durch Eisschollen und Floßholz zerstört worden. An weitere, große Hochwasser erinnern zahlreiche so genannte Hochwassermarken im Stadtgebiet, wie z. B. am Hochzeitshaus, in der Langen Straße, am Naturkundemuseum und in der Fischerei. Erst seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ist mit dem Bau des Jahnwehrs und des Hochwassersperrtors bei Bug die Stadt vor Hochwasserkatastrophen weitestgehend geschützt.