Lebensader Regnitz
Die Regnitz war und ist für die UNESCO-Welterbe-Stadt Bamberg Segen und Fluch zugleich. Stadt und
Fluss sind in ihrer Entwicklung eng miteinander verwoben. Die Energie der Mühlennutzungen war Grundlage
der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Wasserkraft wurde zum Antrieb für Säge-, Getreide- und Steinmühlen
aber auch für das Mahlen von Eichenrinde und zum Walken von Tuch genutzt. Zahlreiche Handwerker und
Gewerbe waren auf die Nähe des Flusses angewiesen. Wer aufmerksam an der Regnitz entlang spaziert, stößt
noch heute überall auf die Zeugnisse dieser ehemaligen Nutzungen des Flusses. Straßennamen, spezielle
Bauformen, sogar ganze Stadtviertel sind durch die Verbindung von Stadt und Fluss geprägt.
Wie und warum entstand die Ansiedlung am Fluss, die später zur Stadt wurde? Welche Bedeutung hatten
die Mühlen für die Stadtentwicklung und Stadtgeschichte? Was sind Fischwinterungen? Wie sind die Schiffe
früher den Fluss hinauf gefahren? Wie kommt es, dass Hochwassermarken in der Stadt an Stellen zu finden
sind, wo heute weit und breit kein Fluss mehr zu sehen ist? Mit der seit 2009 im Historischen Museum in Bamberg
gezeigten Ausstellung "Im Fluss der Geschichte. Bambergs Lebensader Regnitz" werden diese zwischen
Stadt und Fluss bestehenden vielfältigen kulturellen, wirtschaftlichen, historischen und ökologischen
Verbindungen am Beispiel der Welterbestadt Bamberg aufgedeckt. Die Ausstellung ist im November 2009 von der
Jury des Nationalkomitees der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" als offizielles deutsches
Dekadeprojekt für den Zeitraum 2010/2011 ausgezeichnet worden. In den ersten beiden Jahren haben bereits
über 33.000 Besucher aus aller Welt die Ausstellung besucht.
Erleben Sie einen unterhaltsamen Spaziergang durch Bamberg. Die Regnitz als fiktive Person und der Student
Johannes Müller nehmen Sie mit auf den Flusspfad. Die Route führt in deutscher und englischer Sprache zu 19
Stationen entlang der malerischen Regnitz und zu 19 herausragenden Objekten in die Ausstellung. Der Audio-Guide
ist bei der Tourist Information Bamberg und an der Kasse des Historischen Museums für 8,50 € ausleihbar. Er
berechtigt zum ermäßigten Eintritt ins Historische Museum. Als Pfand wird ein Lichtbildausweis benötigt.
Mit dem im Juli 2005 begonnenen Flusspfad in Bamberg hat die Initiative Lebensader
Regnitz im Flussparadies Franken das Wechselspiel von Stadt und Fluss in den Mittelpunkt gestellt.
Anhand historischer Karten und Abbildungen und kurzer Texte wird deutlich, welche Funktion die Regnitz
für Bamberg hatte und wie andererseits die Stadtentwicklung auch das Gesicht des Flusses verändert hat.
Von und für Kinder wurden zusammen mit Chapeau Claque e. V.
ein Spiel- und Rateheft und ein Erlebnis-Rucksack gestaltet.
Flusserlebnisführung für Kindergruppen
Wie war früher das Leben am Fluss? Eine Müllerin begleitet euch entlang der Regnitz vom Kranen bis zur
Schleuse 100. Sie berichtet aus erster Hand von ihrer Nachbarschaft, den Schlachtern, den Gerbern und den
Fischern. Aus ihrem Alltag hat die Müllerin so einiges dabei zum Anschauen und Ausprobieren. Führung für
Kindergruppen, geeignet für Vorschulkinder und Grundschulklassen. Maximal 30 Kinder mit einer Aufsichtsperson.
Kosten: 75 €, Dauer: 90 Minuten, Treffpunkt: Am Kranen
Anmeldung über Chapeau Claque e. V., Telefon 0951 39333, Fax: 0951 31555, E-Mail: info(at)chapeau-claque-bamberg.de.
Bereits zum dritten Mal fand am 25. Juli 2010 das Flussfest an der Regnitz bei Bug statt - 2010 im Rahmen
der Kampagne "WertvollerLeben" der Bayerischen Umweltbildung. Bei dem Fest, bei dem die Regnitz im Mittelpunkt
steht, gab es Vorführungen, Infostände und viele Mitmachaktionen für Kinder und Familien. Und natürlich war
auch für das leibliche Wohl mit vielen Spezialitäten aus der Region bestens gesorgt. Das Bamberger Flussfest
wurde für Familien von über 20 verschiedenen Vereinen und Akteuren aus der Region Bamberg ehrenamtlich und
gemeinsam organisiert.
Historische Hochwasser in Bamberg
Bis ins letzte Jahrhundert hinein waren die Hochwasser der Regnitz für die Bamberger Bürger eine
ständige Bedrohung. Besonders das Hochwasser von 1784 war ein traumatisches Erlebnis: Mühlen, fast
alle Brücken und viele am Fluss gelegenen Häuser waren durch Eisschollen und Floßholz zerstört worden.
An weitere, große Hochwasser erinnern zahlreiche so genannte Hochwassermarken im Stadtgebiet,
wie z. B. am Hochzeitshaus, in der Langen Straße, am Naturkundemuseum und in der Fischerei.
Erst seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ist mit dem Bau des Jahnwehrs und des
Hochwassersperrtors bei Bug die Stadt vor Hochwasserkatastrophen weitestgehend geschützt.