
Der Kies- und Sandabbau hat die Flussauen auch an Main und Regnitz stark verändert. Wenn die in der Folge entstandenen Baggerseen ökologisch gestaltet werden, können sie zahlreichen Arten Lebensraum bieten. Ein entscheidender Faktor ist die Gestaltung der Ufer. Schauen diese aus wie die Ränder eine Badewanne, dann sind kaum von der Sonne durchschienene Bereiche vorhanden. Schafft der Mensch dagegen Ufer die flach abfallen und auch noch Inseln und Buchten haben, dann kann sich das Leben entfalten. Junge Fische, Libellenlarven und viele Wasservögel werden sich hier tummeln. An flachen Ufern können Schmetterling, Biene und Rehe Wasser trinken. Mit der Zeit wachsen Schilf oder Weiden und verschiedene Wasserpflanzen.
Die Wasserpflanzen wiederum sind der Schlüssel für lebendige Seen. Wie bei einer Wiese oder einem Wald an Land so sollte auch der Boden eines Sees flächig von Wasserpflanzen und/oder Armleuchteralgen bewachsen sein. Wenn durch zu hohen Fraßdruck und Störungen, z. B. Badende, wühlende Fischarten, …., die Unterwasservegetation nur lückig vorhanden ist oder sogar ganz fehlt, ist das Leben im See gestört.
Life-Natur-Projekte im Maintal
Die Umweltorganisation Living Lakes setzt sich weltweit für lebendige Seen ein: als Trinkwasserreserve und kostbare Hotspots der Artenvielfalt.
Naturschutztauchen
Das Flussparadieses Franken will die Kiesbaggerseen in der Region in das Naturschutztauchen-Netzwerk des NABU (Naturschutzbund) Deutschland aufnehmen. Das Prinzip dahinter: Taucherinnen und Taucher werden dazu befähigt, die Pflanzenwelt und ihre Beeinträchtigungen unter Wasser zu kartieren. Diese Erkenntnisse helfen, Seen besser zu verstehen und ermöglichen damit ein besseres Management der Seen.
Im August 2025 konnten unter der Kursleitung von Volker Krautkrämer in Bad Staffelstein die ersten Naturschutztaucherinnen und -taucher im Flussparadies Franken ausgebildet werden.
Seit November 2025 gibt es die Facebookgruppe: Naturschutztauchen Franken

Seit 2016 ist Naturschutztauchen als Spezialkurs ein offizieller Bestandteil der Tauchausbildung in Zusammenarbeit zwischen dem Verband Deutscher Sporttaucher und dem NABU. Der NABU-Bundesfachausschuss „Lebendige Seen“ hat sich gegründet, weil es den Seen in Deutschland schlecht geht: 74 Prozent der 732 größten Seen in Deutschland, welche EU-berichtspflichtig sind, haben einen ungünstigen Erhaltungszustand.
www.nabu-naturschutztauchen.de
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/naturschutz/aktivitaeten/deutschland/27234.html


Empfehlung: Der Bildband „Geheimnisvolle Unterwasserwelten“ von Mario Merkel erschienen beim Verlag Natur+Text https://naturundtext.de/neuheiten/geheimnisvolle-unterwasserwelt
Neben den beeindruckenden Fotos verschiedenster Tiere wie Fische aber auch Schnecken und Insektenlarven können über QR-Codes im Buch kurze Videos abgespielt werden.

Der Film „Dschungel unter Wasser“ entführt den Zuschauer in eine ehemalige Kiesgrube – in ein Naturparadies, das kaum jemand kennt, obwohl es direkt vor unserer Haustür liegt. Der Film wurde als Hauptfilm beim Main FlussFilmFest 2025 gezeigt.